Warum wir ein Baumschutzgesetz brauchen.

Die Schieflage. Naturschutz ist in Österreich Ländersache, und so gleicht der Baumschutz einem Fleckerlteppich (wie wir im Waldviertel sagen). Wien z.B. hat ein eigenes Baumschutzgesetz, einzelne Städte haben Verordnungen. In Niederösterreich allerdings bleibt der Schutz einzelner Bäume lückenhaft, besonders auf privatem Grund und im Ortsgebiet. Ein hundertjähriger Baum kann verschwinden, ein Nachbar pflanzt kaum nach, und was im Rathaus „genehmigt“ heißt, heißt im Wurzelraum, der Atmosphäre und für die Tierwelt leider „für immer“.

Was ein gutes Gesetz enthalten sollte:

  • Schutz ab einem bestimmten Stammumfang, auch auf Privatgrund

  • Fällgenehmigung mit Begründung, Prüfung von Alternativen und öffentlicher Einsicht

  • Ersatzpflanzung oder eine Ausgleichsabgabe, die zweckgebunden in neue Bäume fließt

  • Schutz des Wurzelraums bei Bauvorhaben, denn auch unter der Erde atmet der Baum

  • Pflege und Verkehrssicherheit durch Fachleute (Arborist:innen), damit Sicherheit nicht zum Vorwand wird

  • Ein Baumkataster mit Allee- und Biotopbäumen

  • Spürbare Strafen und eine Stelle, die kontrolliert

Wie kann es weitergehen? Bürgerinitiativen, Petitionen, Volksbegehren und Volksbefragungen, und davor beginnt es klein, so wie bei uns: Gemeinderäte ansprechen, Unterschriften sammeln, Gemeinden zu eigenen Baumschutzverordnungen ermutigen.

Mit wem wir uns vernetzen wollen: Naturschutzbund, Umweltorganistionen/NGOs, Umweltdachverband, Klimabündnis und KLAR!-Regionen, Baumpflege- und Landschaftsplanungs-Fachleute, Forschung und andere Baum- und Bürgerinitiativen.

Wie Bäume im Wald über Wurzeln, Myzele und feinstofflich miteinander kommunizieren, so brauchen auch wir ein starkes tragendes Geflecht. Wer mitwachsen will: Wir freuen uns auf dich.

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Warum den Bäumen eine Stimme geben?